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Interview: Tragen auf der Frühchenstation

Kira und Sina sind Kinderkrankenschwestern im Elisabeth Hospital Bochum und haben das Tragen von Frühchen und entsprechende Beratungsangebote für Eltern in den Stationsalltag integriert. 

Julia (Trageeexpertin bei Fidella®): Wie seid ihr dazu gekommen, auf der Station zu tragen?

Kira: Ich bin durch eine befreundete Kollegin auf das Thema Tragen aufmerksam geworden. Ich habe mich dann als Trageberaterin fortbilden lassen und dachte mir direkt: ,,Das wäre doch total super für unsere Frühchen. Ein einfaches Tragetuch, welches so viele Vorteile für das Kind und die Eltern bietet.‘‘ Im Rahmen meiner Weiterbildung zur Fachkinderkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie habe ich dann für meine Facharbeit ein Konzept zum Tragen von Frühgeborenen für unsere Station geschrieben.

Sina: Ich bin durch Kira auf das Thema "Tragen" aufmerksam geworden. Da sie sich zu der Zeit ja schon länger und ausgiebig mit dem Thema auseinander gesetzt hat, konnte sie mir viel zum Tragen erzählen und hat somit mein Interesse geweckt. Ich fand es total spannend und interessant und wollte es auch professionell lernen und mehr darüber erfahren. Nachdem Kira dann sagte, dass sie sehr gut Unterstützung in diesem Bereich, gerade was das Schulen der Eltern angeht, gebrauchen könnte, habe ich mich sofort zur Fortbildung zur "Trageberaterin" angemeldet.

Für die Frühchen ist der Körperkontakt so wichtig und essenziell.

Mit welchen Argumenten konntet ihr die Führung überzeugen?

Kira: Da brauchte ich gar nicht viele Argumente. Unser leitender Oberarzt ist selbst Vater von Drillingen und kannte sehrwohl die Vorteile des Tragens. Außerdem hat die Eltern-Kind-Bindung oberste Priorität bei uns und das Tragen der Kinder kann diese sehr verstärken und unterstützen.

Welche Vorteile seht ihr für die Frühchen, welche für euch?

Kira und Sina: Für die Frühchen ist der Körperkontakt so wichtig und essenziell. Die Eltern känguruhen schon viel, aber sobald es den Kindern besser geht, ist da das Tragen einfach super. So können die Frühchen die Schwangerschaftswochen im Bauch quasi "nachholen" und auch den Körperkontakt genießen, wenn die Eltern in Bewegung sind.

Denn gerade die Bewegung der Eltern beruhigt die Kinder und fördert zudem noch ihre Entwicklung. Für uns ist es wirklich praktisch. Wenn wir ein sehr unruhiges Kind betreuen, bei dem man sonst viel Zeit am Bettchen verbringen würde um es zu beruhigen, tragen wir es oft. So können die durch uns geschulten Kollegen und wir dabei administrative Aufgaben, wie dokumentieren, oder kleine Aufräumarbeiten oder ähnliches erledigen und die Kinder können die Nähe im Tragetuch genießen.

Wie reagieren die Eltern auf das Angebot?

Kira und Sina: Extrem positiv. Die Eltern finden es toll, da es gerade bei Frühchen meistens noch einige spezielle Dinge mehr zu beachten gibt. Und sie können damit ihrem Kind etwas Gutes tun, was viele Eltern positiv stimmt. So können sie ihrem Kind auch ohne Hilfe der Schwester, etwas Gutes tun und ganz nah sein. Gerade Mütter von Extremfrühchen holen so oft ihre viel zu früh beendete Schwangerschaft nach. Psychisch und auch physisch. Außerdem können sie sich endlich wie ganz normale Eltern fühlen, fernab von der Intensivmedizin.

Schult ihr betroffene Eltern?

Kira und Sina: Ja, jeder der Interesse hat, wird geschult bzw. beraten. Eltern von Frühchen haben in ihrer Zeit auf der Intensivstation sehr viel erlebt, sie sind oft unsicher und ängstlich und sorgen sich viel um ihr Kind. Je nach Gesundheitszustand des Kindes gibt es oft auch medizinisch Besonderheiten, die berücksichtigt werden müssen. Daher sind die Eltern sehr dankbar, dass wir als Fachpersonal sie auch zum Thema Tragen beraten können.Geschult werden die Eltern im Rahmen unsere Elternschule oder in einer Einzelberatung.

Die Einzelberatung lässt sich leider oft nicht im Stationsalltag einbauen, sodass wir dafür dann eher kommen oder länger bleiben. Aber dieser Aufwand ist alle Mühe wert, wenn man dann die zufriedenen Kinder und die super glücklichen Eltern sieht. Alles zuvor beschriebene bezieht sich auf die Zeit vor Corona. Seit der Pandemie haben wir leider auch beim Thema Tragen Einschränkungen und müssen bei den Beratungen improvisieren oder pausieren - was sehr schade ist.

Sina und Kira
Links Sina, rechts Kira
Blogkategorie: Allgemeines

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