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Der Mensch - ein Tragling

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Der Mensch - ein Tragling

Früher wurde der Mensch fälschlicherweise als "Nesthocker" bezeichnet und deshalb auch so betreut. Der Verhaltensbiologe Bernhard Hassenstein widerspricht diesem Typus und führt 1970 den Begriff „Tragling“ ein.

Unter diesem Begriff versteht Hassenstein ein Wesen, was nach der Geburt allein hilflos ist, aber über sehr gute Hand- und Fußgreifreflexe zum Festhalten an der Mutter verfügt. Dieses Verhalten lässt sich beispielsweise bei Menschenaffen sehr gut beobachten: Kleine Schimpansen sind, gerade in der ersten Zeit, auf die Unterstützung ihrer Mutter angewiesen, können sich aber selbstständig in ihrem Fell festkrallen. So können sie beim Schwung von Ast zu Ast nicht herunterfallen. 

Der "passive Tragling"

Menschen haben kein Fell mehr, an dem sich Säuglinge oder Kleinkinder festklammern können. Ein neugeborener Mensch ist also nicht mehr in der Lage, sich selbstständig festzuhalten, sondern muss von Mutter oder Vater getragen werden. Daher gehört der Mensch zu den sogenannten "passiven Traglingen".