Binden kommt von Bindung, oder?!

Es gab in meiner Schwangerschaft Termine, die habe ich genossen. Den Besuch bei meiner Hebamme Silke zum Beispiel. Da durfte ich mich fallen lassen, mich mit all meinen Fragen, Unsicherheiten und Ungereimtheiten ‚ausheulen’ und mich gleichzeitig ernst genommen und vor allem geborgen fühlen. Ja, wenn ich darüber nachdenke, war es das Gefühl der Geborgenheit, die ihre Räumlichkeiten und sie als Person ausstrahlten, die mich eine so enge Bindung haben spüren lassen.

Apropos: Je näher der Geburtstermin rückte, desto stärker geriet ich in den Nestbaumodus. Die Bettchenfrage war geklärt (Beistellbett und damit vergrößertes Familienbett). Die Futterfrage ebenso (ich werde stillen). Noch unbeantwortet war für mich dieses Bindungsthema. Wie mache ich das richtig? Und welches System passt zu mir (und meinem Mann)?

Einigermaßen neidvoll habe ich immer Mütter beobachtet, die sich ihre Zwerge in monströsen Tüchern und unter Anwendung mir nicht nachvollziehbarer Binde- und Knotentechniken vor den Bauch oder auf den Rücken geschnallt hatten.

Hilfe! Das werde ich niemals können.

Also doch lieber eine Trage, Klick und fertig?

Zum Glück hatte ich Silke. Pragmatisch wie eh und je drückte sie mir eine Babypuppe in die Hand und zauberte ein kuschelweiches blaues Tuch aus einer ihrer Schubladen. „Vergiss alles, was Du an Anleitungen siehst“, sagte sie. Und zeigte mir, wie ich Ratz Fatz – „glaube mir, wenn Dein Baby schreit, hast Du keine Lust, tausend Handgriffe durchzuführen“ – mit nur dreimal obenrum, hintenrum, zuknoten mein Baby sicher an mich binden kann. So ähnlich jedenfalls. Das hat sich ziemlich gut angefühlt. Und ich war tatsächlich ein aufgeregt und glücklich, dass ich die Trockenübung bestanden hatte.

Das Baby? Kann kommen!

Bild der Autorin: Mamyvonne

Beitrag / Kommentar von: Mamyvonne

Blogkategorie: Erfahrungsberichte

Kommentar schreiben