Tragen (ver-)bindet

Tragen verbindet

Menschen sind soziale Wesen, die nur durch den Kontakt mit anderen Lebewesen überleben. Vor allem Traglinge sind auf die gemeinsame Bewegung mit ihren Eltern und auf Berührungen angewiesen. Diese gemeinsame Bewegung und die Berührung entstehen gerade beim Tragen.

Das Kind ist in direkter Nähe zu seiner Betreuungsperson und genießt den Körperkontakt.

Dies wird fast über alle Sinne bestätigt und vermittelt ihrem Kind ein Geborgenheitsgefühl. Liegt ein Säugling alleine auf dem Rücken und spürt, dass seine Betreuungsperson nicht in der Nähe ist, so kommt in ihm die uralte Angst hoch alleine, verlassen und somit in Gefahr zu sein. Er beginnt zu weinen, um auf sich aufmerksam zu machen, bevor die Horde weiterzieht und ihn alleine zurücklässt. Wird er jedoch von seinen Eltern getragen, so weiß er, dass er in Sicherheit ist und kann das Kind beruhigt von einem erhöhten Platz aus am Körper seiner Bezugspersonen die Umgebung und die Aktivitäten um ihn herum betrachten.

Die Bindung zwischen Eltern und Kindern wird durch das Tragen wesentlich schneller gefestigt und gerade Väter haben hier die Chance, die Rolle des Zuschauers zu verlassen. Zudem berichten Eltern immer wieder, dass sie ihr Kind durch das Tragen viel besser einschätzen können. Sie wissen intuitiv, wann ihr Kind aufwachen wird, wann es Hunger bekommt oder wann ein Windelwechsel nötig ist. Dieses Wissen festigt die Eltern-Kind-Beziehung und fördert das elterliche Kompetenzgefühl.